Die Berlinerin Antonia Scholz ist alleinerziehende Mutter einer Tochter und arbeitet seit kurzem als Coach für Alleinerziehende.

Als Antonia bei Instagram immer mehr auch psychologisches Wissen teilte – das man unabhängig von Erkrankungen oder Störungen umsetzen konnte, quasi als „Psychologie für den Alltag“ – traf der Algorithmus einen Nerv: Instagram schlug der just zertifizierten Coachin @thefiredupcollective vor. Ein Coaching-Kollektiv, das von einer alleinerziehenden Mutter gegründet wurde, und bei dem Antonia heute arbeitet. Im Kurzinterview erzählt Antonia uns von ihrem Weg.

Antonia, wir haben uns über Instagram getroffen und uns verbinden zumindest schon einmal zwei essenzielle Dinge: Das Single-Mom-Dasein und die Liebe zum Ballett. Magst Du uns ein bisschen durch diese Themen in Deinem Leben führen und gerne auch ergänzen, was noch wichtig ist?

Ich habe Psychologie studiert, aber auch professionell getanzt und noch heute bin ich unentschlossen: Mal nimmt die eine Ausbildung und mal die andere einen größeren Raum in meinem Leben ein. Wissenschaft und Kunst.

Meine Tochter habe ich noch im Studium in Wien bekommen und bin dann bald darauf mit ihr nach Berlin gegangen. Ich will ein schönes Leben führen und mich nicht mit Ausreden in Situationen begeben, die mich nicht glücklich machen. Für mich bedeutet Selbstbestimmung sehr viel und ich finde, dass meine Tochter eine zufriedene Mutter verdient.

Wie sieht Dein Alltag aus bzw. wie sah er vor und jetzt während der Pandemie aus?

Vor der Pandemie war meine Tochter noch ein Kita-Kind. Corona hat unseren Alltag vor allem durcheinander gebracht, weil sämtliche Routinen weg sind und ich viel mehr in Themen involviert bin, die eigentlich nicht in meinen Aufgabenbereich fallen, wie z.B. Home schooling. Zeit zu verwalten, ist jetzt viel komplizierter geworden.

Du bietest ja aktuell ein Alleinerziehenden-Coaching an. Magst Du mal erzählen, wie es dazu kam?

Ich arbeite als Coach und biete Coachings im Kontext „Job und Beruf“ an. Da Alleinerziehende vor komplexeren Herausforderungen im beruflichen Kontext stehen, macht es Sinn gezielt Coachings für diese Personengruppe anzubieten.

Das Coaching ist eine Begleitung. In den Sitzungen soll vor allem Klarheit geschaffen werden: Was will ich eigentlich? Wie kann ich das umsetzen? Was fehlt mir noch und was habe ich bereits? Welche Zwischenziele sind zu erreichen, was ist jetzt möglich und was eventuell erst in einem Jahr?

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Ressourcen-Management. Etwa: Wie kann ich mit meiner mir zur Verfügung stehenden Zeit arbeiten oder wieviel Geld benötige ich?

Wenn man sich die ganze Zeit alleine um jemand anderen kümmert. ist die Frage „Was will ICH denn?“ schon sehr essentiell.

Inwiefern sind die Inhalte mit Deiner Biografie verwoben?

Ich habe meine Tochter noch im Studium bekommen und als alleinerziehende Mutter den Berufseinstieg gemacht. Ich habe mich zerrissen zwischen Kind und Arbeit und war zum Teil überfordert mit der Situation. Das war weder gut für die Arbeit, noch für mich oder mein Kind.

Auch kenne ich die gängigsten Alltagsprobleme Alleinerziehender. Denn: Auch der schönste Plan geht im Leben mit Kindern nie ganz auf – oder zumindest nicht an jedem Tag.

Für wen ist das Coaching genau?

Meine Coachings sind generell offen für alle, die Unterstützung in der Umsetzung ihrer Ideen brauchen, die eine neue berufliche Perspektive entwickeln wollen, die unglücklich mit ihrem Arbeitsleben sind und/oder etwas verändern wollen. Wir schaffen gemeinsam eine besondere Zeit, in der man sich ausschließlich dieser Problematik stellt und in der es nur um einen selbst geht.

Da ich ja auch einen künstlerischen Background  und darüber hinaus keinen „klassischen“ Lebenslauf habe, ist es mein Angebot sicher auch für Kreative interessant.

Und was kostet ein Coaching mit Dir?

Für alle, die aktuell bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter gemeldet sind, können die Kosten übernommen werden. Selbstzahler sind aber natürlich auch willkommen.

Verrätst Du uns fünf Tipps, die Du für zentral wichtig erachtest, wenn man allein- oder getrennterziehend ist?

  1. Sich an inspirierende Alleinerziehende halten.
  2. Sich vernetzen und Notfallpersonen haben, ich habe z.B. eine Freundin, die mir nachts Medizin bringt, für mich einkauft oder meine Tochter betreut, falls entweder meine Tochter oder ich selbst einmal krank werden.
  3. Klarheit im Geist schaffen: Was will ich und wie ist das umsetzbar?
  4. Hilfe und Unterstützung anzunehmen heisst nicht, dass man gescheitert ist.
  5. Spaß haben – klingt cheesy, aber ist fast das Wichtigste.

Danke, Antonia, alles Gute für Euch beide und für den Ausbau Deines Coaching-Angebots.

Von Sara Buschmann